Universimed       ic.gif
login.png  Login
register.png  Register
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 

Abszess

Informationen aus der Industrie


Derzeit keine Informationen oder Produkte. Jetzt Inhalt für diesen Bereich vorschlagen.

Abszess: Diagnose

Abszess

Definition

Eiteransammlung in einer nicht vorgebildeten, sondern durch Gewebseinschmelzung (Verflüssigung einer Nekrose) bzw. Infektion entstandenen, allseitig abgeschlossenen Gewebshöhle, die später oft von einer bindegewebigen Abszessmembran umgeben wird (Gegensatz: Empyem). Heisser Abzess bei akuter Entzündung, kalter Abzess durch chronische Entzündung (meistens bei Tbc).

Erreger

Meist Staphylokokken und Streptokokken, Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa, Anaerobien, Parasiten,  häufig Mischinfektion

Lokalisation

Meist Körperoberfläche, selten intrakorporal

Symptome

Im Frühstadium Kardinalsymptome einer Entzündung:

 

  • schlecht abgrenzbare Schwellung,
  • Rötung,
  • lokale Temperatursteigerung und
  • Druckschmerzen 

 

Im Stadium der Abszedierung

 

  • Fluktuation,
  • pulssynchrone pochende Schmerzen,
  • gelegentlich Fieber
Diagnostik
  • Labor, mikrobiologische und serologische Tests, Leukozyten, BSG
  • bei intrakorporalen Abszessen Röntgen, Sonograpie und CT
Differentialdiagnose
  • tuberkulöser, sog. kalter Abszess (ohne Rötung und lokale Überwärmung)
  • Tumoren
  • infizierte Zysten, erweichende Tumoren
  • im klinischen Sprachgebrauch werden häufig auch abgekapselte Empyeme als Abszess (z.B. subphrenischer Abszess [s. u.], Douglas-Abszess) bezeichnet
Abszessformen:

Kutaner Abszess

Abszedierende Infektion der Haut nach Gelegenheitswunden, meist hervorgerufen durch Staphylococcus aureus

Subkutaner Abszess

Nach Verletzungen mit oder ohne Fremdkörpereinsprengung und Hämatombildung oder nach Injektionen

Pyodermien der Haarfollikel

Follikulitis

Infektion der Haarfollikel, u. U. auch der dazugehörigen Talgdrüsen, meist durch koagulasepositiven Staphylococcus aureus

 

folliculitis.jpg

Follikulitis
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)

Furunkel

Tiefer sitzender Knoten mit zentraler eitriger Einschmelzung, ausgehend vom infizierten Haarfollikel

 

furunkel.jpg

Furunkel
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)

Furunkulose

Multipel auftretende oder rezidivierende Furunkel

Karbunkel

Mehrere nebeneinanderliegende, ineinander verschmelzende Furunkel

 

karbunkel.jpg

Karbunkel bei Diabetes
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)

Symptome 
  • Anfangs juckende Pustel mit einem Haar im Mittelpunkt
  • Ausdehnung unter Schmerzen durch Perifollikulitis
  • Nach einigen Stunden Hautrötung, Ödembildung und zunehmende Gewebsverdichtung mit Spannungsgefühl
  • Übergang in bohnen- bis walnussgroße, schmerzhafte Knoten. Ausbildung eines nekrotischen graugrünen Pfropfens in Knotenmitte
  • Schließlich Ausstoßung des Eiterpfropfens. Rückgang der Schmerzhaftigkeit und Vernarbung
Sonderformen:

Gesichtsfurunkel

Bei Gesichtsfurunkel wird der Eiterherd bei den straffen Verbindungen zwischen Haut und Muskulatur ständig bewegt. 

 

Cave:
Gefahr der Sinus-cavernosus-Thrombose und Abszedierung ins Gehirn. Ödeme am inneren Augenwinkel sind drohende Alarmsymptome. Durch Sprechverbot und Zufuhr flüssiger Nahrung werden Bewegungen der Kau- und mimischen Muskulatur ausgeschaltet.

Schweißdrüsenabszess

Am häufigsten in der Achselhöhle lokalisiert. Gelegentlich auch inguinal. Bevorzugt bei Frauen. Typische brettharte Infiltrate im Gegensatz zu Furunkeln.

Perianaler Abszess
(Syn.: Periproktitischer Abszess)

Abszess im Analbereich durch eitrige Proktodealdrüseninfektion. Bei chronischem Verlauf Ausbreitung in die Verschiebeschichten des perianalen Raums und Ausbildung einer Analfistel (siehe auch Anorektalerkrankungen).

Abszesse bei Internen Erkrankungen:

Hirnabszess

Ansammlung von purulentem Material im Hirngewebe, verursacht durch Bakterien, Viren, Pilze oder Protozoen. Der Abszess kann abgekapselt oder als entzündliches Gewebe ohne Kapsel sein.

 

  • Meist bei Patienten im Alter von 30-45 Jahren in 0,2 bis 1,3% Häufigkeit ohne hohes Fieber
  • Die Infektion kann im Gehirn hämatogen oder in Folge einer Meningitis, Sinusitis, Otitis media, Endokarditis, posttraumatisch oder speziell bei immunabgeschwächten Patienten (Tbc, cryptococcus) kommen.
Symptome
  • Kopfschmerzen
  • meistens geringgradiges Fieber
  • mentale Veränderungen
  • Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens
  • Herdsymptome wie Hemiparesen, fokale epileptische Anfälle, Demenz, Aphasien

Leberabszess
(Syn.: Hepatischer Abszess, Intrahepatischer Abszess)

Bakterielle Leberabszesse durch Erreger-Besiedelung auf hämatogenen oder biliären Wegen. Lokalisiert oft im re. Leberlappen, solitär oder multipel auftretend. Relativ selten geworden. Lebensbedrohliche Erkrankung!

Ursachen
  • nach intraabdominellen Eingriffen (30%!)
  • abszedierende Cholangitis
  • Septikämie
  • Fortleitung einer Entzündung benachbarter Strukturen (z.B. subphrenischer Abszess)
Erreger

Intestinale Bakterienflora (50% Anaerobier)

Symptome
  • hohes Fieber, Schüttelfrost,
  • schwere Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens,
  • Hepatomegalie, Druckschmerz im re. Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, evtl. Ikterus und körperlicher Verfall
Diagnostik 
  • Labor: Anämie, Leukozytose mit Linksverschiebung, Beschleunigung der BSG, alkalische Phosphatase erhöht. Serologische Tests
  • Röntgen: Thoraxbild und Abdomenübersicht: Pleuraerguss, Zwerchfellhochstand, oft Spiegelbildung im Abszess (Gasbildung durch Bakterien)
  • Sonographie und CT des Abdomens

Sonderform:

Amöbenabszess

Abszess der Leber ("tropische Leberabszesse"). Bis 25 % der Patienten Infektion mit Entamoeba histolytica, z.B. nach Tropenaufenthalt.

Symptome

Uncharakteristisch. Schwäche, Fieber, Übelkeit und abdominelle Schmerzen

Diagnostik
  • Labor: Anämie, Leukozytose, Beschleunigung der BSG und Hypalbuminämie. Serologische Tests
  • Sonographie oder CT des Abdomens

Lungenabszess
(Syn.: Pulmonaler Abszess)

Solitäre oder multiple umschriebene Lungengewebeeinschmelzung mit eitrigem Inhalt

Ursachen
  • Pneumonie (speziell durch Staphylokokken, Klebsiellen, Anaerobier oder Mykobakterien
  • Aspiration (Fremdkörper, Blut, Erbrochenes, Gewebereste)
  • Lungeninfarkt
  • Bronchialkarzinom mit direktem Zerfall des Tumors
Symptome
  • Fieber, Thoraxschmerzen, Dyspnoe, Husten
  • Bei Einbruch eines Lungenabszesses in einen Bronchus plötzlich massiv eitriger Auswurf (zweischichtiges Sputum)
Diagnostik
  • Röntgen-Thorax (Rundherd evtl. mit Spiegel)
  • Bronchoskopie
Intraabdominale Abszesse:

Perinephritischer Abszess

Abszess zwischen Niere und Nierenkapsel

Perityphlitischer Abszess

Abszess im Bereich des Caecums bei akuter destruierender Appendizitis oder als postoperative Komplikation

Douglas-Abszess

Eiteransammlung im excavatio rectouterina (so genannter Douglas-Raum)

Subphrenischer Abszess

Zwischen Zwerchfell und Colon transversum lokalisierter, häufigster intraabdomineller Abszess (eigentlich Empyem - siehe oben), links häufiger als rechts auftretend.

Ursachen
  • vorangehender chirurgischer Eingriff im Bauchraum
  • Hohlorganperforation (Ulkus, Karzinom, Trauma)
  • destruierende Entzündung
  • lymphogene oder hämatogene Streuung von Bakterien
Symptome
  • Fieber
  • Leukozytose
  • atemabhängige Schmerzen
  • Schulterschmerz
Diagnostik
  • Sonographie
  • Computertomographie
  • Röntgen (eingeschränkte Zwerchfellbeweglichkeit und subdiaphragmale Gasansammlung)
Komplikation

Ruptur mit diffuser Peritonitis, Pleuraempyem, Leberabszess, Sepsis

Retromammärer Abszess

Abszess hinter der Brustdrüse zwischen den Blättern der Fascia superficialis und Fascia profunda lokalisiert.

Differentialdiagnose

Mastitis

5
Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)
Eigene Bewertung: Keine

Neu erschienen bei Universimed

Jatros Hämatologie & Onkologie 4/2010
EHA-Kongress: Bendamustin im klinischen Alltag
Jatros Medizin für die Frau 3/2010
Jahrestagung 2010 der OEGGG in Zell am See
Jatros Kardiologie & Gefäßmedizin 3/2010
Stents, Ballon und Thrombosen

Aktuelle Reports, Beiträge und News

Keine aktuellen Inhalte aus diesem Bereich gefunden.

Informationen aus der Industrie

Umfrage

Welche der sechs Arbeitsbedingungen, die als Risikofaktoren für ein Burn-out gelten, empfinden Sie als besonders belastend?:

Universimed Newsletter Anmeldung